Kenora Bass International

Kenora liegt am Lake of the Woods mit einer Wasserfläche von 3'150 km2 (6 x die Wasserfläche des Bodensees). Unglaublich, wie viele Inseln in diesem verzweigten See auf der Landkarte zu sehen sind, Beno hat nachgezählt und kommt auf 14'652! Eine Insel schöner als die andere.

Soeben mit unserem Jumbolino an der Waterfront von Kenora angekommen, laufen wir zielstrebig zu Kenora Flight, um uns für einen Flug mit einem kleinen Wasserflugzeug anzumelden. Diese Wasser-/Insellandschaft wollen wir unbedingt aus der Vogelperspektive geniessen. Unser Flug zu 198 $ wird uns für morgen Samstag 13 Uhr von der Fluggesellschaft bestätigt.

In Vorfreude über das morgige Abenteuer, schlendern wir dem Kai entlang und bewundern nach kurzem Gehen die vor uns liegende moderne Festzelthalle mit vorgelagertem Bootslandesteg. Da legen in kurzen Abständen immer wieder Schnellboote an. Durch die riesige Zeltplane dröhnt uns zudem ein grosses Geschrei entgegen. Da packt uns die Neugier. Es scheint ein Volksfest zu sein. Durchdringt mit lauter Musik, schreit vorne auf der Bühne ein Speaker laufend Namen und Zahlen ins Mikrofon. Was damit gemeint ist, verstehen wir aber nicht. Also fragen wir einen der vielen Mitwirkenden, was unter dem Namen "Kenora Bass International" zu verstehen sei, der oben an der Zeltdecke gross angeschrieben ist. Es handle sich hier um ein internationales Barsch-Wettfischen, das mit einer Siegesprämie von 22'000 Dollar dotiert sei, antwortet er. Der nette Mann erklärt uns die Wettkampfregeln: Für Donnerstag, Freitag und Samstag ist je ein "Lauf" angesagt, mit einem Fangzeitfenster von 06.00 Uhr morgens bis spätestens nachmittags 17.00 Uhr. Eine Mannschaft besteht aus 2 Sportfischer/innen. 150 Mannschaften sind angemeldet. Der Fischfang ist auf 5 Sektoren im See verteilt. Diese liegen bis zu 60 km von Kenora entfernt. Innerhalb dieses Zeitfensters sind die 5 grössten geangelten Fische lebend mitzubringen. Das höchste Gewichtstotal der 3 Fangtage bestimmt  den Sieger.

Das Spektakel spielt sich in dieser grossen Halle mit hunderten von Zuschauern und tosendem Applaus statt. Für uns Europäer eigentlich unverständlich. Am Schluss jeden Tages kommen die Fische nach dem grossen Stress lebend wieder in den See zurück.

Müde ob dem Lärm, gehen wir an der Wasserfront bei einem der zwei Terrassenrestaurants italienisch essen. Obschon der Koch Italiener sein soll, bekommt Lydia unter der Bezeichnung Spaghetti Marinara ganz gewöhnliche Tomatenspaghetti auf den Tisch gestellt, ohne jegliche Meeresfrüchte darin. Das sei hier so, meint die Serviererin auf die Frage von Lydia, wo denn hier eigentlich die Meeresfrüchte seien.

Die Nacht verbringen wir ein weiteres Mal auf einem Walmart-Parkplatz, obschon Schilder "Campieren verboten" von der Stadtverwaltung an den Flutlichtsäulen angebracht sind. Der Campingplatz in Kenora ist wegen des Wettfischens "komplett", deshalb stehen mit uns 11 weitere Fahrzeuge da.